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Hirtenzug führt durch Blomberg
Dienstag, 27. Juli 2010
Die Übergabe des Staffelstabes in Blomberg.
Blomberg-Großenmarpe. »Schafherden ziehen durch Europa – für eine bessere Zukunft.« Unter diesem Motto veranstalten Berufsschäfer der deutschen Landesschafzuchtverbände einen Hirtenzug von Berlin nach Trier mit Abstechern in die Niederlande, Belgien und Luxemburg.

Jetzt hat der Hirtenzug Nordrhein-Westfalen und den Kreis Lippe erreicht. Schäfermeister Anton Hense aus dem Kreis Paderborn übernahm in Blomberg-Großenmarpe den Staffelstab von seinem Berufskollegen Klaus Seebürger.

Anschließend machte er sich mit seiner Schafherde auf den Weg, um sie durch Ortsteile von Blomberg und Horn-Bad Meinberg über Paderborn nach Dortmund weiter zu treiben, und setzt so den Staffellauf fort.

Durch seine Teilnahme am Staffellauf möchte Hense die Bedeutung der Schafhaltung aufzeigen, jedoch auch auf Problembereiche hinweisen. »Im Kreis Lippe wollen wir gegen die überzogene Bürokratie protestieren«, erklärt Hense.

»Wir wehren uns gegen die elektronische Einzeltierkennzeichnung, eine Vorschrift aus Brüssel, die unter Praxisbedingungen gar nicht umzusetzen ist.« Als Berufsschäfer kennt er die  Schwierigkeiten allzu gut.

Um Tiere mit verlorenen Ohrmarken aufzufinden und individuell mit elektronischen Ohrmarken nachzukennzeichnen, seien ständige Tierkontrollen und Aussonderungen von Einzeltieren erforderlich.

Auch die aufwändigen Dokumentationspflichten und die technischen Schwierigkeiten bei der Handhabe der Scanner bedeuten einen extremen Mehraufwand.

Landrat Friedel Heuwinkel und Amtstierärztin Dr. Heike Scharpenberg waren bei der Stabsübergabe und beim Abtrieb der Schafherde vor Ort, um das Anliegen der Schäfer zu unterstützen.

Heuwinkel zeigte Verständnis für den Protest: »Die neuen Kontrollaufgaben werden im Kreis Lippe mit Sachverstand und Augenmaß erledigt. Ich hoffe, dass sich diese Vorgehensweise durch den Hirtenzug in allen Regionen verbreitet.«
 
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